Tinnef

Sonntag, 23. September 2007

7 Schnecken

Im Regen krochen 7 Schnecken
am Rand von einem Wasserbecken.
Die erste klomm auf einen Stein
und stürzte sich ins Wasser rein.
Die zweite sprach: „Was die wohl sucht
am Grund des Tümpels?“ und versucht
es gleich der ersten nachzutun -
Sie möge dort in Frieden ruhn.
Auch Nummern 3, 4, 5, und 7
Sind dort am Rande nicht geblieben.
Nur Nummer 6 ist noch am Leben,
sie blieb am Schleim der andern kleben

Sonntag, 9. September 2007

Bericht eines weitgereisten Hypochonders -

Am Hintern hatt´ ich Schwielien
vom Reiten in Kastilien.

Nen Schnupfen, nen perversien
holte ich mir in Persien.

Dem Herpes seine Chance
gab ich dereinst in France.

Haut und Genitalien
die litten in Italien.

Die Grippe mir zu holen
ging ich direkt nach Polen.

Zwei Wochen quer durch Schweden
dann konnt ich kaum noch reden.

Beim Klettern in den Hochkarpaten
fuhren mir Krämpfe in die Waden.

Stand hechelnd auf dem Dach der Welt
und habe wie ein Hund gebellt.

Kurz drauf, in Nordnorwegen
konnt´ ich kein Glied mehr regen.

Floh schließlich auch von Shetland
mit Zahnweh flink nach Lettland.

An einem Tag in Tschechien
wollt sich mein Blinddarm rächien.

Der Schmerz ging in der Slowakei
leider nicht von selbst vorbei.

Auf einem Eiland vor Japan
wollts mit dem Atmen nicht klappan.

Beim Angeln in der Mandschurei
ging mir das Schlüsselbein entzwei.

Und schließlich in der Westschweiz -
der stets vorhandne Brechreiz!

Ich weilte grad´ auf der Kolchose
da packte mich die Gürtelrose.


In einem Imbiß der Chinesen
war ich inkontinent gewesen.

Dann gab ein frecher Nepalese
beim Trekking mir verdorbnen Käse.

Ein Wunderheiler in Bulgarien
bestand auf hohen Honorarien.

Es war wohl in den Niederlanden
wo sie den Schniedel mir verbrannten.

Der Porridgebrei der Inselbriten
wollte mir mein Gedärm verkitten.

In Belgien, der Pommes Frites Nation,
litt ich unter Obstipation.

Im Palmenhain der Fidschi Inseln
mußt ich zwecks Magenkrämpfen winseln.

Die Wüste in Namibia
bescherte mir die Cholera.

Am schönen Strand von Scharm el Scheich
da wurden mir die Knie so weich.

Im Dschungel die Survival - Wochen
haben das Darmbein mir gebrochen.

Eine Cellistin in Taiwan
die hängte nen Infekt mir an.

Auf der Kulturfahrt durch Ägypten
entzündlich sich die Augen trübten.

Bei den austral´schen Antipoden
da zwickten mich beim Gehn die Hoden.

Migräneschmerz in Canada
ich war dem Hosianna nah.

Abszesse und Geschwürien
bildeten sich in Syrien.
Im heißen Mittelindien
wollt mir mein Ischias kündigen.

Am weißen Strand in Griechenland
ich reichlich Zeit zum Siechen fand.

Nach fettem Fisch in Portugal
bereitete die Leber Qual.

Im Norden einst von Dänemark
bestrich ´ne Prellung ich mit Quark.

Östreicher luden mich zur Jausen,
doch ich litt unter Ohrensausen.

Auf einem Hügelkamm der Anden
war es, wo mir die Sinne schwanden.

Am Südpol bei den Pinguinen
mußte man mir die Nase schienen.

Weit oben im sibirschen Norden
wollte man mich mit Wodka morden.

Nach dem Surfen vor Algerien
verdarb ein Gips mir meine Ferien.

Zum Klettern in den Dolomiten
kams nie - ich hatte Parasiten.

Mit Brechdurchfall auf den Antillen
verfasste ich den letzten Willen.

Ein schönes Souvenir der Iren
waren renitente Viren.

Und leider war ich auf Sri Lanka
auch wieder so ein armer Kranker.

Ganz häßlich: in Bolivien
hat ich nen Hals, nen schiefien.

Blöd war auch in Tunesien
die Allergie auf Freesien.

Im Krankenhaus in Espagnol
pumpte man mich mit Valium voll.


Obwohl es mir gefiel in Lima
vertrug ich leider nicht das Klima.

Beim Tanzversuche auf Hawaii
hatte ich Füße schwer wie Blei.

Am wunderschönen Schwarzen Meer
saß mir die Haemorhoide quer.

Und dort am Fuß des Kaukasus
hatt ich am Fuß nen Bluterguß.

In meiner Zeit bei den Kirgisen
sah ich sieben Warzen sprießen.

Ich schenk mir nun den Rest der Welt
und spare mir das Reisegeld,
bleib lieber erst einmal zu Haus
und kurier mich gründlich aus.
Ja, hier in Winsen an der Luhe
hab ich zumindest meine Ruhe.

Abgesang eines verliebten Baguettes

Habe mich vor dich geworfen
knusprig - duftend - frisch
hast mir die Krume ausgepult
und fülltest mich mit Fisch

danach bist du gesunken
ganz plötzlich tot vom Hocker
kurz drauf ham wir gestunken
du wurdest steif - ich locker...

Freitag, 7. September 2007

...

JAJA!

Auch ich war einmal intellekt-
uell, doch habe ich entdeckt:
der Spaß daran verfliegt so schnell
jetzt leb ich meinem Naturell.

Ich lese nicht, ich denke nicht
und spare Geisteskraft und Licht.
Ich diskutiere auch nicht länger,
lausch lieber einem Volksliedsänger.

Ich fläze in der Hängematte
als alte dickgefressne Ratte.
Von der Geschichte die Moral?

MAN HÄLT MICH ENDLICH FÜR NORMAL!!!

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Das ich das nicht früher...
Das ich das nicht früher gesehen habe! Ich habe...
schmollfisch - 3. Mrz, 23:50
Klagemauer Numero vier
Rinpötscherls Archiv hat noch eine wundervoll...
schreiben wie atmen - 2. Mrz, 17:07
na gut, so gesehen kann...
na gut, so gesehen kann man alles was eben liegt aufgrund...
bonanzaMARGOT - 2. Mrz, 14:08
gute besserung, rinpotsche
und apropos nase: für die gibt es extra die kuchengabel....
bonanzaMARGOT - 2. Mrz, 10:09
Nasenfilosofie
Marteufelchen, der Tag schrie nach Bier! Meine Gabelhochstapelei...
rinpotsche - 1. Mrz, 14:50

Liebster Lesestoff

Romesh Gunesekera
Riff

Joachim Zelter
Das Gesicht

Keri Hulme
Unter dem Tagmond

Klagemauernsammelstelle

Anmerkl(äd)aol.com

Suche

 

Status

Online seit 331 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 22. Jul, 18:45

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (with comments)
xml version of this topic

twoday.net AGB


Alltagschaos
Feine Filme
Gedichte
Innendrinnentexte
Klagemauern
Tinnef
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren